Liebe Schwestern und Brüder,
an diesem Sonntag wird weltweit das Evangelium von der Auferstehung des Lazarus gelesen. Angesichts der vielen Sterbenden in Zeiten des Coronavirus verändert dieser Text uns alle. Ich bin eigentlich dankbar für die Direktheit, mit der Jesus auf den Tod des Lazarus reagiert. Es ist so. Auch meine Infektion und klare Diagnose „Corona positiv“ braucht keine Verdrängung. Nein, das Sterben ist nicht die Ausnahme, sondern Anteil unseres Daseins. Aufmerksamkeit nicht Angst ist gefragt.
Zwei Hinweise in der Erzählung berühren mich besonders. Da ist zum einen die Direktheit Jesu mit dem Verstorbenen umzugehen. Er lässt Lazarus nicht „aufgehen“ in einem ewigen Nirwana. Nein, er holt ihn aus dem Grab heraus, obwohl er riecht. Er entblättert ihn aus den Leichentüchern, er will ihn mit seinem konkret gelebten Leben. Da mag es Wunden, Schuld, Gestank geben, aber auch so viel Gelungenes. All das will Jesus würdigen. Ich nehme diese Botschaft eines Gottes, den meine Biografie interessiert, in mein Herz auf. Das ist tiefer Trost. Doch ich bin auch ehrlich, Tränen kamen mir beim Lesen des Evangeliums an der Stelle, wo Jesus selbst über seinen Freund Lazarus weint. Diese Tränen sind für mich wie ein Spiegel der vielen Herzensberührungen, die mich in den letzten Tagen getroffen haben. Da sind praktische Hilfen, da ist ein Telefonanruf, ein Beutel an der Tür, ein Gebetszettel auf der Treppe, der Engel eines Erstkommunionkindes … Nach der Auferstehung des Lazarus wird im Evangelium der Weg des HERRN in Richtung Kreuzweg gehen. Aber die Tränen des HERRN und die Lebenszeichen im Netz der Nächstenliebe lassen erahnen. Wir gehen auf Ostern zu.
 
Dank und Gottes Segen Pfarrer Gregor Arndt

 

Zum Thema dieser Andacht passt es gut, wenn Sie Frühlingsblumen auf den Tisch stellen: Tulpen oder einen Strauß aus dem Garten oder Zweige (vielleicht vorm Erfrieren gerettete Blüten)...
Eine Kerze anzünden
 
Suchen Sie sich einen Ort in der Wohnung, der Ihnen gut für das Gebet scheint. Das kann (gerade zu mehreren) ein Tisch sein oder ein Sessel... Vielleicht können Sie ein Kreuz auf den Tisch legen und eine Kerze anzünden. Wenn Sie gern singen, suchen Sie sich Ihre Lieblingslieder aus dem Gotteslob heraus und fügen sie ein, wo Sie es für gut halten. Die Kerze ist ein Zeichen für seine Gegenwart.
 
Kreuzzeichen
 
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
 
Wochenrückblick: Blicken Sie auf die Woche zurück: Welche Einschränkungen haben Ihnen zu schaffen gemacht? Aber auch welche Hoffnungszeichen haben Sie wahrgenommen: in der Natur, durch Menschen, im Gebet?
 
 
 
Gebet zu Beginn: „Denn das kreisende Jahr lässt nach des Winters Frost und Nacht den Frühling die Erde für Ostern bereiten.“–so heißt es in einem Hymnus beim Stundengebet in der Fastenzeit. Der Natur ist die Kontaktsperre egal. Trotz unserer beklemmenden Situation bricht überall Leben auf. Ein Hoffnungszeichen? Es könnte unseren Glauben stärken, gerade mit Blick auf Ostern –das Fest der Auferstehung.
Wir wollen Christus, der durchdenTod zurAuferstehung gegangen ist, begrüßen, ihn einladen, ihn um Erbarmen, um seine Zuwendung bitten:
Herr Jesus Christus, lass uns spüren, dass du bei uns bist.
 
Herr erbarme dich.
Hilf uns, Gemeinschaft mit anderen zu erleben –gerade in den Einschränkungen.
Christus erbarme dich.
Hilf, dass wir bald zum normalen Alltag übergehen können und die Gefahr vorbei ist.
Herr erbarme dich.
 
Tagesgebet: Herr, unser Gott, dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt dem Tod überliefert. Lass uns in seiner Liebe bleiben und mit deiner Gnade aus ihr leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen
 
Evangelium:
Das Sonntagsevangelium lesen: Johannesevangelium Kapitel 11, Verse 1-45 (wenn keine Bibel zur Hand: https://erzabtei-beuron.de/schott)
 
(wenn kleine Kinder dabei sind: Am Schluss der Andacht findet sich eine kindgemäße Fassung von Evangelium und Auslegung.)
 
Zum Nachsinnen: Der Text lebt von den Worten, die in freundschaftlicher Verbundenheit zwischen Jesus und Maria und Marta gewechselt werden. In diese Gespräche können wir uns einklinken: „Herr, wärst du hier gewesen...“
  • Zweimal kommt dieser Satz vor. Wie würde ich ihn vervollständigen?„Ich bin die Auferstehung unddas Leben. Glaubst du das?“
  • Wie antworte ich darauf? Was heißt das für mich?„Komm heraus!“
  • Was würde das für mich heißen? Kann ich Jesus um diese Zusage/Aufforderung anflehen?
 
Fürbitten: Wir beten für uns selbst: Gott beschütze uns und lass uns gut durch diese schwere Zeit kommen.
Wir beten für alle, die uns nahe sind, obwohl wir uns nicht mit ihnen treffen können, besonders für... (hier Namen einfügen)
Wir beten für die Ärzte und Krankenschwestern, besonders für...
Wir beten für alle, die sich um ihre Zukunft sorgen, besonders für...
Wir beten für die Flüchtlinge und für alle, die unter Kriegen leiden.
 
Vaterunser: Vater unser im Himmel, ...
 
Abschluss und Seensgebet: Heute ist der MISEREOR-Sonntag. Wir können eine Spende in einen Umschlag stecken und im Pfarrbüro abgeben –es kann damit vielen Menschen geholfen werden, denen es schlechte geht als uns.Wir können Frühlingsboten fotografieren oder malen und das Bild als Gruß an Menschen schicken, denen wir eine Freude machen wollen.
 
Das Evangelium für Kinder: Damals, vor langer Zeit wurde Lazarus krank. So schlimm krank, dass er starb. Lazarus wohnte in Betanien. Er war der Bruder von Maria und Marta. Alle drei waren Freunde von Jesus. Jesus war gerade nicht in Betanien. Er wusste, dass Lazarus krank war und sterben musste. Deshalb war er traurig. Aber er wusste auch, dass Gottes Kraft in ihm war und er Lazarus auferwecken konnte.Als Jesus in Betanien ankam, lief Marta schnell zu ihm. Sie sagte zu ihm: Jesus, wo warst du? Nur, weil du nicht da warst, ist Lazarus gestorben! Jesus sagte zu ihr: Ich komme von Gott! Ich kann ihn aufwecken! Glaubst du das? Marta sagte: Ja, ich glaube das. Dann holte sie ihre Schwester. Sie alle gingen zum Grab. Jesus weinte, weil er traurig war. Aber dann sagte er: Nehmt den Stein vom Grab weg! Marta sagte: Lazarus ist schon tot! Jesus rief ganz laut: Lazarus, komm aus dem Grab heraus! Und Lazarus kam heraus. Da staunten alle. Manche sagten: Jesus kommt wirklich von Gott!)
 
Aktion für Kinder: Das mit Lazarus war ein Wunder! Wir wollen Jesus glauben, dass er Kraft von Gott hat. Dass er uns hilft –auch jetzt. Noch können wir uns nicht mit unseren Freunden treffen (hier die Namen einfügen). Aber wir können an sie denken und für sie und uns beten. Dazu den Namen eines lieben Menschen in die Hand schreiben!
Sechs Jugendliche unserer Pfarrjugend bieten für Leinefelde ab sofort einen Einkaufsdienst an.
Angesichts der momentanen Corona-Krise gilt dieses Angebot besonders für Menschen aus den Risikogruppen – es soll die Sorge nehmen, sich beim Einkaufen zu infizieren.
Selbstverständlich ist das Angebot kostenlos – Sie bezahlen nur ihren persönlichen Einkauf.
Wenn Sie Interesse haben, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: 03605 / 512354
 
Bitte weitersagen - besonders an ältere Menschen, die selbst keinen Internetzugang haben!